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Trance als heilsamer Erfahrungsweg

Rituelle Körperhaltungen und ekstatische Trance ® nach Dr. Felicitas Goodman

Autorin:
Silke Wonneberger
Heilpraktikerin, Sozialpädagogin

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 39
mit dem Thema: "Indigene Heilweisen im Dialog"

Aus der Frühzeit der Menschheitsgeschichte sind bildliche und figürliche Darstellungen in verschiedenen auffälligen Körperhaltungen bekannt. Viele dieser Statuetten und Zeichnungen stellen rituelle Haltungen dar. Sie können selbst eingenommen werden und ermöglichen – im Rahmen eines Rituals begleitet von einem raschen Trommel- oder Rasselrhythmus – den veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen Trance.
Rituelle Körperhaltungen aktivieren die eigene Heilenergie. Sie sind eine 'Brücke' zum Erkennen der Vielfalt von Wirklichkeiten, zur direkten sinnlichen Erfahrung und Einsicht in das lebendige Informationsnetz allen Seins.
Auch heute noch können sie einen Weg bahnen zu Erkenntnissen der eigenen Lebenszusammenhänge in unserer Zeit.

Hintergrund
Der Zusammenhang zwischen rituellen Körperhaltungen und dem veränderten Wachbewusstseinszustand der ekstatischen Trance ist von der Anthropologin und Linguistin Dr. FELICITAS D. GOODMAN (1914–2005) wiederentdeckt worden. Im Rahmen ihrer Forschungen über Sprache und Trancezustände religiöser Gemeinschaften stieß sie auf Jahrtausende alte Höhlenzeichnungen und kleine Statuen, die Menschen der Frühzeit in besonders auffälligen Körperhaltungen darstellten. Sie fand heraus, dass die Einnahme einer solchen Körperhaltung verbunden mit einer durchgängig raschen akustischen Anregung durch eine Trommel oder Rassel (210-230 bpm = beats per minute) bemerkenswerte Veränderungen im Wachbewusstsein bewirkt und in eine ekstatische Trance führt. Die uralten Haltungen stellen in sich abgeschlossene religiöse Rituale dar.
Die rituellen Haltungen waren ursprünglich in den Kontext einer schamanischen Weltsicht eingebunden. Diese Sicht basiert auf den Grundannahmen, dass alle Erscheinungsformen des Lebens einen 'Geist' haben und in einem Wirkungsgefüge miteinander in Resonanz stehen. Obwohl wir in den westlichen Industriegesellschaften nicht mehr in Gemeinschaften leben, deren geistige Einbindung der Schamanismus ist, kann jede/r in den rituellen Haltungen in ein Erkennen kommen, welches sich auf die heutigen Lebenszusammenhänge bezieht.
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Was die Haltungen ermöglichen
Die verschiedenen rituellen Körperhaltungen ermöglichen unterschiedliche Erlebnismittelpunkte. Jede der erforschten Haltungen – unabhängig vom kulturellen Hintergrund – aktiviert die eigene Heilenergie. Einige der Haltungen verstärken heilsame Prozesse nochmal im besonderen Maße, lassen sie körperlich unmittelbar erfahren, geben Antworten auf Fragen und hilfreiche Hinweise.
Der 'rote Erlebnisfaden' kann sich auf den Kreislauf des Werdens und Vergehens beziehen, in eine der drei Welten der Kosmologie des Weltenbaums führen, Verwandlungen in andere Erscheinungsformen des Lebens ermöglichen. Qualitäten im Erleben können sein: eine tiefe innere Ruhe zu empfinden, Geborgenheit in dem Gewebe allen Seins, das Erkennen von Zusammenhängen aus distanzierter Sicht, Reinigung von überholten Einflüssen, wohltuende Zentrierung, Leichtigkeit und eine tiefe bewusste Lebensfreude.
Der Zugang zum Erkennen während der Trance kann sich auf alle Sinneskanäle und Wahrnehmungsebenen beziehen: über verändertes Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und veränderte körperliche Empfindungen sowie verändertes Bedeutungs-, Raum- und Zeiterleben.
Für die Menschen der Frühzeit und auch in heutigen indigenen Kulturen waren und sind Trancezustände eine übliche Methode, um Körper, Geist und Seele beim Einzelnen und in den Gemeinschaften im Gleichgewicht zu halten bzw. es bei Störungen wieder herzustellen.
In der heutigen westlichen Kultur hat das Zeitalter der Aufklärung und des Rationalismus laut FELICITAS GOODMAN zu einem allgemeinen Trance-Mangel geführt. Ihrer Ansicht nach verfügen wir heute nicht nur nach wie vor über die körperlichen Voraussetzungen zu einer Trance, sie hält den Wechsel in den veränderten Wachbewusstseinszustand für ein menschliches Grundbedürfnis, vergleichbar mit der Fähigkeit des Schlafens.
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Mein eigener Erfahrungshintergrund
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Ablauf des Rituals mit einer rituellen Körperhaltung in der Gruppe
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Beispiel mit der Frau von Hacilar
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Auswirkungen – Ausblick – Ausklang
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(Ende der Leseprobe)

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