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Bauchhirn

Vom Kopf gesteuert, vom Bauch gelenkt?

Autorin:
Sigrid Schellhaas, Heilpraktikerin

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 38
mit dem Thema: "Heilpflanzen der Alpen"

Der Heilpraktikerinnen-Verband LACHESIS ist ein wunderbarer Zusammenschluss von Therapeutinnen, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrungen im Leben und in der Arbeit auszutauschen. So war das Treffen der Körpertherapeutinnen im September 2008 eine intensive Begegnung auf der körperlichen und der geistigen Ebene. Die Therapeutinnen sind ausgebildet in Myofazial, Rolfing, Shiatsu, Craniosacraltherapie, Osteopathie, Emotional Facing, Selbstheilungsarbeit und ILA (Integrale Leibarbeit). Einige arbeiten zusätzlich biomolekular, homöopathisch und mit Pflanzen.
Jede von uns weiß, dass wir in dem Moment, in dem wir die Patientin berühren, Altlasten öffnen, bewegen und lösen. Einige arbeiten mit diesem Wissen, einige beschränken sich bewusst auf die körperliche Symptomatik.
Thema dieses Treffens waren die 8 Meter in unserem Körper, die scheinbar alleine für die Verwertung der Nahrung reserviert sind: der Dünndarm. Auch diesmal haben wir versucht, unsere Wahrnehmungen in der Praxis und in der eigenen Körperlichkeit mit den neuesten Forschungsergebnissen zu vergleichen.
Der Dünndarmmeridian in der TCM:
In der Naturheilkunde, z.B. in der Traditionellen Chinesischen Medizin, hat das Organ Dünndarm und der ihn durchlaufende Meridian immer auch einen psychischen Aspekt.
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Der Dünndarm gehört zum Element Feuer.
In der Bauchmitte sind der Bauchnabel und das Hara, das als energetische Mitte angesehen wird.
Das Bauchhirn spricht mit uns – Psychoperistaltik
GERDA BOYESEN entdeckte bei der Arbeit mit sich selbst die Bedeutung der Darmgeräusche und integrierte sie in ihr psychologisches Konzept. Nachdem ich ihr Buch "Von der Lust am Heilen" gelesen hatte, fing ich an, mit dem Stethoskop auf dem Bauch der anderen und auch bei mir meine Arbeit zu beobachten.
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Das Bauchhirn
In allen Therapien sind die Behandlung und die Kontaktaufnahme mit der Körpermitte von einer besonderen Qualität. Was GERDA BOYESEN durch ihre intensive Beobachtung und die Erfahrung am eigenen Körper beschreibt, ist heute wissenschaftlich beweisbar.
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Die Entwicklung dieses Gehirns
Das Bauchhirn ist zunächst eine Zellansammlung, die sich im Frühstadium der embryonalen Entwicklung ausbildet. Diese Zellansammlung (Neuralleiste) teilt sich im Laufe der fortgesetzten Entwicklung. Ein Stück wird vom Kopf umschlossen, das andere Stück wandert in den Bauchraum. Um die Verbindung zwischen den verwandten Zellstrukturen nicht zu unterbrechen, entsteht der Vagus-Nerv (Parasympathikus) als verbindender Informationskanal.
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Der Rhythmus des Lebens
In der Cranio Sacralen Therapie ist die Bewegung des Dünndarms kein Geheimnis. Therapeuten/innen können mit ihren Händen erspüren, in welchen Abschnitten die Bewegungen blockiert sind und Rückschlüsse sowohl auf körperliche als auch auf psychische Begleitsymptome ziehen.
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Lernen in Resonanz – Spiegelneuronen
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Wir sind nie allein
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Die Evolution des Milchtrinkens
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Das Ergebnis der Therapeutinnen
Unterstützen wir unsere Säuglinge und Kleinkinder in der intuitiven Wahrnehmung unseres Bauchhirns, so können sie lernen, für sich selbst zu sorgen, ebenso wie sie laufen und sprechen lernen. Wenn wir die Funktionen der Spiegelneuronen verstehen und auf das Bauchhirn übertragen, so erweitert sich unser Verständnis für Lebensprozesse in Theorie und Praxis.
Die Zusammenführungen der Körpertherapien mit psychischen und ernährungsbedingten Faktoren bietet uns ein großes Spektrum von Therapiemöglichkeiten. Wir finden hier einen weiteren Baustein zum Verständnis der Selbstheilungsarbeit und der Regulationstätigkeit des Lebens. Nähern wir uns mit Vorsicht und Aufmerksamkeit diesem fantastischen System des Lebens.

(Ende der Leseprobe)

Haben wir Ihr Interesse für die Zeitschrift Nr. 38 geweckt?

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