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Krebs - eine Heldinnenreise

Jeder Schritt braucht Mut

Autorin: Rich Renate Schmidt

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 35
mit dem Thema: "Krebs"

DIE DIAGNOSE KREBS ERSCHÜTTERT: DAS SELBSTBILD, DAS SICHERHEITS- UND LEBENSGEFÜHL, DAS VERTRAUEN IN DEN EIGENEN KÖRPER. EXISTENTIELLE FRAGEN IN HINBLICK AUF DIE EIGENE ENDLICHKEIT KOMMEN AUF. WAS ERLEBEN MENSCHEN, DIE SICH DAMIT KONFRONTIERT SEHEN?

Gedankensplitter: Die Gedanken und Gefühle springen wie wilde Affen im Kopf und im Körper herum. Unruhe. Schock nach der Diagnose. Angst und Stress verengen den Blick. Nur weg hier. Ohnmacht. Schuldgefühle. Kränkung, krank geworden zu sein. Angst. Second opinion. Informationen einholen. Hilfe suchen, wie Entscheidungen treffen...   
Als Behandlerinnen können wir unsere Klientinnen motivieren und unterstützen, ihre Eigenmacht und Selbstwirksamkeit im Umgang mit der Krebserkrankung zu bewahren. Selbstwirksamkeit, ein psychologischer Begriff, wird dabei verstanden als ein Korb von Möglichkeiten, sich als handlungsfähig dahingehend zu begreifen, es sich mit sich selbst besser ergehen zu lassen und sich wohl zu fühlen.  

Eine weitere wichtige Fähigkeit ist die Resilienz, so nennt man die Fähigkeit mit einer belastenden Lebenssituation (Unglücken, traumatischen Ereignissen, schweren Erkrankungen,…) erfolgreich umzugehen. Wenn es der Frau gelingt, einen Sinn in der Krebserkrankung zu sehen, kann sie die Erkrankung besser verarbeiten.
Lebenssituationen Sinn verleihen zu können, seien sie noch so schwer, gehört wie Hoffnung und Humor u.a. zu den Resilienzfaktoren. Diese Faktoren können als seelische Widerstandskräfte verstanden werden, die helfen, Krisenzeiten, und als solche kann eine Krebserkrankung betrachtet werden, stabiler zu bewältigen. Dies gilt sowohl für den Heilungs- als auch für einen möglichen Sterbeprozess.
(…)

Was wäre also, wenn die Klientin sich selbst als Heldin verstehen würde, als Heldin auf einer Quest (einer Sinn-Reise), die eine schwierige, existentielle Aufgabe zu bewältigen hat? Diese Haltung könnte der Klientin helfen einen übergeordneten Sinn für sich in dem Geschehen zu finden. Unter dem Aspekt der Resilienz betrachtet hilft dies, die Krebserkrankung besser zu bewältigen, ohnmächtige Gefühle zu minimieren und sich als selbstwirksamer und handlungsmächtiger zu begreifen. Die Reise wäre dann ein Reifungsweg, mit seinen Schwierigkeiten und Erfolgen, die sich über die gesamte Zeit der Krebserkrankung erstreckt.
(…)

Zur Übersicht: Der Zyklus der Heldenreise umfasst klassischerweise 11 Stationen: 1. Der Ruf für die Reise. 2. Die Weigerung, sie anzutreten. 3. Der Aufbruch. 4. Auftreten von Problemen. 5. Hilfe von Mentorinnen. 6. Die erste Schwelle mit schweren Prüfungen „dem Kampf mit dem Drachen“. 7. Schatz finden. 8. Initiation und Transformation. 9. Schwelle. 10. Sich auf den Weg machen. 11. Rückkehr in den Alltag und Integration der „Reise“-Erfahrungen.
(…)

 

(Ende der Leseprobe)

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