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Die Rosskastanie

Eine homöopathische Annäherung

Autorin:
Andrea Lux, Heilpraktikerin

Leseprobe aus der Sonderausgabe der Lachesis-Zeitschrift
mit dem Thema: "Bäume"

Homöopathisches Mittel: Aesulus (aesc.)
Botanische Bezeichnung: Aesculus hippocastanum L.
Familie: Sapindaceae (Seifenbaumgewächse)
Dt. Bezeichnung: Rosskastanie

Auf dem Fachgruppentreffen Homöopathie im September 2005 in Erfurt widmete sich eine Arbeitsgruppe aus vier Frauen (Angela Rembiak, Birgit Lehmann, Neele Schmidt und Andrea Lux) der Rosskastanie. Aus den eigenen Erfahrungen vor Ort und intensiver Literaturarbeit entstand für uns ein deutliches Mittelbild, an dem wir Euch gerne teilhaben lassen möchten.
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Homöopathie
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Die vier Themen der Rosskastanie
1. Hochmut, Blaublütigkeit
Die Rosskastanie ist das Platin der Bäume. Als Einzelbaum hat die Kastanie eine große Wirkung mit ihrem wuchtigen Stamm, der breiten Krone, den großen Blättern und den riesigen Blütenkerzen: Ein Meer orchideenhafter Pyramidenblüten.
Die Verbindung zwischen der Kastanie und dem "blaublütigen Adel" entsteht zum einen durch das blau fluoreszierende Aesculin. Zum anderen war die Kastanie für Ludwig den XIV, den Sonnenkönig (1636 - 1715), der repräsentative Baum schlechthin. Schlossgärten und Alleen wurden mit Kastanien bepflanzt. Auch Fürsten und reiche nichtadlige Familien schmückten ihre Güter und Wege mit den prachtvollen Kastanien. Die riesigen Schattenspender waren gut für die damals moderne weiße Haut der adeligen und vornehmen Gesellschaft. Deren Tanzvergnügen fand wahrscheinlich auch unter den Kastanien statt, nicht wie bei dem "gemeinen Volk" unter den Linden.
Bei den Gemütssymptomen finden wir neben Hochmut auch viel Verwirrung. Diese soll verborgen werden hinter einem hochmütigen, diktatorischen Auftreten. Die Rosskastanie repräsentiert gerne und wirkt exzentrisch und überspannt. Alle Symptome sind schlimmer beim Erwachen.
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2. Fülle, Stau, Festhalten
Astrobiologisch wird die Kastanie dem Planet Jupiter zugeordnet, dem Planeten des Reichtums und der Fülle.
Zu diesem Thema passten viele Wörter aus der Rasseltrance: "groß und kräftig", "von Anfang an damit beschäftigt, breit zu werden", "sich eine gute Grundlage verschaffen", "Essen bis zum Platzen". Dazu tauchte ein Bild von hungrigen Rehaugen auf (Kastanien dienen als Rehfutter), allerdings im Gesicht eines jungen, in Armut lebenden Mädchens. Bei den Körpergefühlen wurde die negative Seite der Fülle spürbar: eine Person fühlte sich krank und schwer und hatte schwere Füße und Unterschenkel.
Auch unser persönliches Erleben der Rosskastanie führte uns zu diesem Thema: die Blütenfülle, die Fruchtfülle, die Sammelleidenschaft der Kinder, das Raffen der reifen Kastanien, bis man nichts mehr tragen konnte.
Hervorragend lassen sich die Körpersymptome der Kastanie dem Thema zuordnen:

  • Völle in den verschiedenen Körperteilen, als ob sie übergroße Blutmengen enthielten
  • Hämorrhoiden, sehr prall, purpurrot, angeschwollen
  • Krampfadern, prallvoll angestaut, purpurrot angeschwollen, voll bis zum Platzen
  • im Liegen und im Schlaf treten oft Venenstauungen auf, besser durch Bewegung
  • Rachen und Augen: vaskularisierte, rot gefärbte, angestaute Äderchen mit Empfinden von gesteigertem Blutandrang
  • Brust mit Völlegefühl; Hahnemann nannte die Rosskastanie "Roßkestenaschel" und empfahl den Rindenextrakt in seinem Apotheker-Lexikon gegen krankhafte Engbrüstigkeit - "da sie vor sich der gleichen zu erregen pflegt und auch die Samen bei dampfenden Pferden sich hülfreich sich erwiesen haben."
  • Kopfschmerzen, dumpf, es scheint als würde Hirn herausgepresst

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(Ende der Leseprobe)

 

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