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Früherkennung durch Mammographie-Screening und die Angst vor Brustkrebs

Autorin: Sigrid Schellhaas, Wiesbaden
Heilpraktikerin

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"

Vor drei Jahren erschien auf der Titelseite der Zeitschrift Stern die Abbildung einer brustamputierten Frau. In Anlehnung an die Kampagne zur Abschaffung des Abtreibungsparagraphen in den siebziger Jahren bekannten sich im dazugehörigen Leitartikel fünfzig Frauen zu ihrer Krankheit. Damit holten der Stern und parallel dazu auch die Frauenzeitschrift Emma ein Tabuthema in die Öffentlichkeit. In ihren Artikeln bemängelten sie die unzureichende Ausbildung der Ärzte im Bereich der Tumordiagnostik in Verbindung mit schlechter technischer Ausstattung. Die Konsequenz wären zahlreiche Fehldiagnosen mit für die Frauen verheerenden Folgen. Sie forderten kontrollierte und regelmäßige Mammographien, die für alle Frauen zugänglich sein sollten.  

Tatsächlich ist es so, dass immer mehr Frauen der Jahrgänge von 1945 bis 1960 an Brustkrebs erkranken. Vielfältige Ursachen für diesen Anstieg der Erkrankungsrate werden diskutiert: hormonähnliche Wirkungen von Umweltgiften wie Chlorierten Kohlenwasserstoffen (PCB) auf den menschlichen Körper, Röntgenuntersuchungen der Lungen vor und während der Pubertät, Irritationen des Immunsystems beispielsweise bei Impfungen, die Einnahme von Pille und Wechseljahreshormonen, frühes Rauchen, Strahlenbelastung durch die oberirdischen Atombombenversuche in den sechziger Jahren, falsche Ernährung, genetische Disposition, traumatische Erlebnisse wie der plötzliche Verlust eines Angehörigen. Doch eine eindeutige Erklärung gibt es derzeit nicht. Während die Ursachenforschung, die zum Ausschluss von Risikofaktoren führen könnte, kaum vorangetrieben wird, fließt viel Energie und Geld in Diagnosemethoden zur Früherkennung und in die Verbesserung der Methoden der Strahlen- und Chemotherapie.  

Mammographie ist neben der Kernspintomographie, die nicht strahlenbelastend ist, die beste bildgebende Diagnostik, um einen Knoten frühzeitig zu erkennen. Die Diskussion entfacht sich aktuell an dem für und wider regelmäßiger Mammographien. Derzeit sollen Frauen ab dem 50. bis zum 69. Lebensjahr alle 2 Jahre kostenfrei geröntgt werden. Statistiken und Auswertungen aus Ländern, in denen diese Screenings (Reihenuntersuchungen) schon seit vielen Jahren gemacht werden, kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Eine Kritikerin des Mammographie Screenings ist Dr. Friederike Perl, die sich auch mit der Wachstumsrate von Tumoren beschäftigt hat. Der wichtigste Vorteil des Mammographie-Screenings besteht darin, dass schon kleine Tumore ab 0,5 cm Durchmesser abgebildet werden können. Entscheidender für die Gefährlichkeit eines Tumors als seine absolute Größe ist jedoch die Geschwindigkeit seines Größenwachstums und hierbei gibt es beträchtliche Unterschiede: Nach Perl haben "30% der Tumoren (...) eine sehr rasche Wachstumsprogredienz. Etwa 60 bis 70% der Tumoren haben mäßiges bis langsames Wachstum und der Verlauf erstreckt sich über 30-40 Jahre. Weiterhin gibt es okkulte Tumoren, die so langsame Zellverdopplungszeiten haben, dass die körpereigene Abwehr ausreicht, um diese Tumore ständig unter der Grenze der klinischen Manifestation zu halten." (F. Perl, Kongress des AKF im November 2000).
(...)

(Ende der Leseprobe)

 

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