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Naturheilkundliche Aspekte in der Endometriosebehandlung

Autorin: Manuela Wolf,
Heilpraktikerin

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 30
zum Thema "Gynäkologie"

Endometriose, das Wachsen von gebärmutterschleimhautähnlicher Drüsenstruktur außerhalb der Gebärmutter, wird in den letzten Jahren häufiger diagnostiziert. Ob dies an den besseren Diagnosemöglichkeiten, an der Zunahme der Endometriose oder an beidem liegt, sei dahingestellt. Im Jahr 2001 waren es 42.000 Neuerkrankungen mit klinisch gesicherter Diagnose nach einer Laparaskopie.
Obwohl Endometriose bereits 1860 erstmals detailliert beschrieben und der Begriff Endometriose schon 1921 eingeführt wurde, dauert es immer noch fünf Jahre und mehr, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Eine an Endometriose erkrankte Frau, die zu uns in die Praxis kommt, hat meist schon einen langen Leidensweg (Diagnosefindung, "Hormontestungen", Operationen) hinter sich. Es gibt mehr als 17 Theorien über die Ursache der Endometriose. Die Ätiologie ist nach Sillem noch in weiten Teilen unklar. Eine kausale Therapie ist somit bisher nicht möglich.

Krampfartige, mit "herkömmlichen" Schmerzmitteln nicht zu lindernde Schmerzen (hochdosierte Rheumamedikamente und Morphiumgaben sind oft nötig) und ungewollte Kinderlosigkeit sind nach meiner Praxiserfahrung die beiden schwerwiegendsten Folgen der Endometriose. Die Hälfte aller Frauen mit diagnostizierter Endometriose haben allerdings keine Schmerzen; oft wurde bei ihnen die Endometriose "zufällig" festgestellt.  

Bei 30% der Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen wurden Endometrioseherde gefunden. Größe und Vielzahl der Herde - sie sind vor allem an Eierstöcken, Eileiter, Gebärmutterwand, im kleinen Becken, an Blase und Darm zu finden - stehen nicht in Relation zum Ausmaß der Schmerzen der Frau und/oder zur Unfruchtbarkeit.

Kleine Herde können größte Schmerzen verursachen, große Herde können fast unauffällig sein. Endometrioseherde können unbemerkt platzen und vom Körper resorbiert werden, sie können aber dabei auch andere Organe und Gefäße verletzen und lebensbedrohliche Blutungen und Entzündungen auslösen.
Da die versprengten Gewebestücke der Endometriose sich meist wie Gebärmutterschleimhaut verhalten (sie wachsen mit jedem Zyklus und blühen mit jeder Menstruation), aber keinen Mechanismus besitzen, sich aus dem Körper abzulösen, kann das Blut nicht abfließen: Es zersetzt sich. Dies führt häufig zu örtlich entzündlichen Reizungen, Verwachsungen, zur Bildung von Narbengeweben usw.

Da ein Großteil der Endometrioseherde Empfängerstellen für Östrogene, Progesteron und Androgene hat, gilt die Endometriose aus schulmedizinischer Sicht als hormonabhängige Erkrankung und wird mit verschiedenen Hormonen (Oralkontrazeptiva, Danazol, Gestagen, Gonadotropin-releasing-hormon [GnRH] usw.) behandelt. Viele Frauen leiden durch die Hormoneinnahme unter starken Nebenwirkungen: Übelkeit, Hitzewallungen, Trockenheit der Schleimhäute, Gewichtszunahme, Depression usw. Die Rezidivrate nach Absetzen der Hormone liegt bei 50 bis 80%. Zurzeit wird oft eine Therapie mit GnRH-Analoga mit add-back, d.h. Zugabe von Östrogen zu den GnRH-Analoga um die Nebenwirkungen abzuschwächen, als Dauermedikation angeraten. Verwachsungen, die durch die Endometriose oder durch operative Eingriffe entstanden sind, reagieren allerdings nicht auf Hormone. 20% der Endometrioseherde haben keine Hormonrezeptoren, d.h. sie sprechen ebenfalls nicht auf eine Hormonbehandlung an!

Neben Hormongaben ist die Operation die zweite Möglichkeit, bei Endometriose schulmedizinisch einzugreifen. Bei einer Laparaskopie - bei größeren Herden auch mit einem Bauchschnitt - wird versucht, die Herde zu entfernen. Dies ist aber meist nur teilweise möglich, da sich die Herde im gesamten Bauchraum befinden, sehr klein und schwer sichtbar sein können oder oft tief ins Gewebe eingedrungen sind. Jeder operative Eingriff führt zu Narben und Verwachsungen.
(...)

(Ende der Leseprobe)

 

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