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Living in Movement

Inneres und äußeres Sich-Bewegen-Balancieren-Erforschen

Autorin:
Myra Avedon, M.A. Humanistic Psychology, Certified in Massage and Somatic Movement Therapy, Certified in Cranial, Visceral and Parietal Osteopathy, Body Mind Continuum

Leseprobe aus der Lachesis-Zeitschrift Nr. 45
mit dem Thema: „In Bewegung“

 

Schwimmen und die Bewegung im Wasser sind für mich etwas Natürliches. Schließlich bin ich in Los Angeles geboren und habe die meiste Zeit meines Lebens in Kalifornien am Pazifischen Ozean gelebt. Ich erinnere mich an die Unbeholfenheit meiner Bewegungen, als ich ans Festland, “auf die Erde” kam. Tanzen und andere spielerische oder athletische Bewegungen halfen mir zwar, mich fließender an Land zu bewegen, doch selten fühlte es sich so fließend und frei an wie im Wasser.

Im Wasser konnte das Fließende in meinem Inneren dem Fließenden um mich herum viel leichter begegnen. Immer, wenn ich dieses innere fließende Gefühl auf der Erde, „am Festland”, lebe, kann ich mich leichter bewegen. Wir bestehen hauptsächlich aus Wasser, doch vergessen wir dies des Öfteren, wenn wir festen Boden unter den Füßen haben.
Emilie Conrad, die Begründerin von Continuum Movement, pflegte in ihren Workshops zu sagen: “Wir sind eigentlich flüssige, sich bewegende Säcke, die lernen, auf dem Land zu leben.”

Bewegung wird oft als sichtbare Aktionen gesehen, die wir mit unserem Körper durch den Raum machen. Jedoch ist es so, dass Bewegung die ganze Zeit stattfindet. Unsere Moleküle und Zellen bewegen sich und funktionieren in uns - was wiederum unsere Gewebe und verschiedene andere Körpersysteme beeinflusst. Der Raum um uns herum bewegt sich – ob wir dies nun als Bewegung sehen beziehungsweise fühlen oder nicht. Unser neuroendokrines Botschaftssystem transportiert unsere Gedanken und Gefühle auf elektrische und chemische Weise durch unsere Körperflüssigkeiten – was wiederum unsere verschiedenen Körperfunktionen und dann wieder unsere Gefühle beeinflusst. Wir bewegen uns ununterbrochen bewusst und unbewusst mit der Bewegung in uns und mit der Bewegung um uns herum.
Mit den hier nun folgenden, von mir dargestellten Übungen möchte ich Euch Leserinnen einladen, auf eine Erkundungstour zu Euren inneren und äußeren Bewegungen und Euren fließenden Aspekten zu gehen.

Inneren und äußeren Raum erkunden

Mit etwas Zeit kannst Du dieses innere und äußere Gefühl mehr erforschen ... entweder, indem Du Dir vorstellst, wie Du im Wasser schwebst: Fühle, wie Deine innere Flüssigkeit mit der Flüssigkeit um Dich herum zusammentrifft ... Oder Du stellst dir ein Bild vor, wie die Moleküle, aus denen Du zusammengesetzt bist, die Moleküle in der Luft um Dich herum
“treffen”. Nimm Dir Zeit, die Version, die Dir am meisten gefällt, genauer zu erforschen ... Es geht immer darum, dass Du die Wahrnehmung Deines Inneren mit Deiner Wahrnehmung Deiner äußeren Umgebung so zusammenbringst, dass Du Dich mit größerer Leichtigkeit durch den Raum bewegen kannst ... Erkunde die Art, Dich so zu bewegen, als wäre der Raum oder die Flüssigkeit um Dich herum Deine Bewegungspartnerin. Vielleicht willst Du die Augen schließen und Dir vorstellen, dass Du Dich mit den Molekülen in Dir und den Molekülen um Dich herum wie mit einem sanften Wind zusammen bewegst ... oder Du lässt dich wie Seegras im Wasser hin und
her wiegen. Wenn Du es magst, lass es zu, wenn Bilder in Dir aufsteigen oder dass sich etwas aus diesen Bildern ergibt ... und wenn es interessant ist, beachte es und spiele mit dem, was geschieht und sich daraus entwickelt.

Während Du ausprobierst, Dich fließender zu bewegen, kann es sein, dass es notwendig ist, einige Körperteile besonders zu entspannen, um mit dem ganzen Körper in die Bewegung mitgehen zu können.
Wenn Du also etwas von dieser lokalen Anspannung loslassen willst, ist es manchmal sinnvoll, die Spannung erst einmal noch etwas zu verstärken, bevor sie langsam wieder vermindert wird – wie zum Beispiel die Schultern erst noch höher zu ziehen, bevor diese in eine entspanntere Position fallen gelassen werden können. Indem wir abwechselnd die Spannung halten und loslassen, wird uns spürend bewusst, was in uns geschieht. Dies erlaubt uns, eine bewusstere Entscheidung über unser Halten und unser Entspannen in einer gegebenen Situation treffen zu können.
(...)

(Ende der Leseprobe)

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