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Pressekampagne über Gefahren durch homöopathische Arzneimittel

Copyright: Dr Leonora Schwarz / pixelio.deEine kritische Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker (AMK)

In der Berichterstattung von Stern-Online, Spiegel-Online, Zeit-Online und anderen Medien wird aktuell auf eine Warnung der amerikanischen Arzneimittelaufsichtsbehörde (FDA) vor homöopathischen Arzneimitteln, die Belladonna (Tollkirsche) enthalten, verwiesen.

Wenn es Nebenwirkungen durch die stofflichen Bestandteile der Tollkirsche (z.B. Atropin) in diesen Arzneimitteln gegeben hat, dann ist ein Rückruf der Arzneimittel, eine Analyse der betroffenen Chargen und die Frage, wieso das Potenzierungsverfahren (Verdünnung, Schüttelung) nicht zu einer entsprechend unschädlichen Verdünnung geführt hat, auch eine normale und sinnvolle Frage.

Die deutsche Bundesoberbehörde für die Zulassung und Registrierung homöopathischer Arzneimittel, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat dazu auch schon mitgeteilt, dass vergleichbare Fälle in Deutschland nicht denkbar sind, da sowohl im Verfahren der Zulassung und Registrierung die Grenzwerte der Potenzierung sicherstellen, dass keine schädlichen Nebenwirkungen möglich sind, als auch im Rahmen der Arzneimittelüberwachung und Kontrolle der Herstellung.

Auch für homöopathische Arzneimittel gibt es spezielle Expertenkommissionen beim BfArM, so die Kommission D und die Homöopathische Arzneibuchkommission, die die Regeln für Herstellung und Anwendung homöopathischer Arzneimittel festlegen und in denen neben den Vertretern der Hochschulen für die Bereiche Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie auch Vertreter der homöopathischen Heilpraktiker und Ärzte eingebunden sind.

Wenn man all diese Sicherheitsinstrumente in Deutschland anschaut, würde also von der Schlagzeile über den bedauernswerten Tod von zehn Kindern übrig bleiben, dass hier anscheinend ein amerikanischer Hersteller möglicherweise einen Produktionsfehler hatte.

Was geschieht aber statt dessen? Es wird erneut eine Kampagne gegen homöopathische Arzneimittel losgetreten, und nachdem die ganzen Angriffe über die vermeintliche Unwirksamkeit bzw. reine Placebowirkung, was angesichts der Wirkung bei Säuglingen und Tieren ja ziemlicher Unsinn ist, anscheinend den Homöopathiegegnern nicht ausreicht, nun eine Gefahrenkampagne begonnen.

Es ist schade, dass anscheinend auch „seriöse“ Medien solche Berichterstattung nötig haben.

Arzneimittelkommission der deutschen Heilpraktiker
Arne Krüger, stellv. Sprecher
Quelle: http://amk-heilpraktiker.info/?p=465

 

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