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Informationen zur HeilpraktikerInnenüberprüfung

Für die Erteilung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz werden meist keine naturheilkundlichen Behandlungsmethoden geprüft, es gibt aber auch Ausnahmen. Grundlage der Überprüfung ist das Wissen um die gesetzlich vorgegebenen Grenzen, wie z.B. das Infektionsschutzgesetz (zu finden auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de).

Prüfende Behörden sind die staatlichen Gesundheitsämter, zumeist zentral für einen Regierungsbezirk. Welches Gesundheitsamt die Überprüfung vornimmt, ist abhängig vom ersten Wohnsitz oder auch vom Ort der beabsichtigen Niederlassung.
Die Anmeldung erfolgt durch einen formlosen schriftlichen Antrag direkt beim zuständigen Gesundheitsamt oder bei der unteren Verwaltungsbehörde (das Landratsamt, das Gewerbeamt, die Stadtverwaltung bzw. die staatliche Polizeibehörde) am Wohnort.

 

Die erforderlichen Unterlagen (Lebenslauf, Schulabgangszeugnis, Führungszeugnis usw.)
werden zum gegebenen Zeitpunkt von der zuständigen Behörde angefordert.

 

Vorraussetzungen für die Zulassung zur Überprüfung beim Gesundheitsamt:

•    Vollendung des 25. Lebensjahres
•    Mindestens Hauptschulabschluss
•    Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses
•    Vorlage eines Gesundheitszeugnisses
•    ausländische Mitbürgerinnen müssen eine gültige Aufenthaltserlaubnis vorlegen

 

Zentrale schriftliche Prüfung:
Derzeit nehmen 13 Bundesländer an einer zentralen schriftlichen Prüfung teil:
Am gleichen Tag (am 3. Mittwoch im März sowie am 2. Mittwoch im Oktober) wird dieselbe schriftliche Prüfung in den jeweiligen Städten durchgeführt. Sie dauert 2 Stunden und es müssen 45 von 60 Multiple-Choice-Fragen richtig beantwortet werden. Ist diese bestanden, werden die Anwärterinnen danach zur mündlichen Prüfung eingeladen. Diese dauert pro Person mindestens 30 und maximal 60 Minuten, einzeln oder in Gruppen bis zu 4 Personen.

 

Die Anzahl der Prüfungswiederholungen ist nicht begrenzt. Wenn die mündliche nicht bestanden wurde, muss auch die schriftliche Prüfung wiederholt werden.

 

Die bestandene HeilpraktikerInnenüberprüfung ist keine Anerkennung der bestehenden Fähigkeiten im Sinne einer Ausbildungsabschlussprüfung. Laut Gesetz soll durch die amtsärztliche Überprüfung sichergestellt werden, dass von der Anwärterin keine "Gefahr für die Volksgesundheit" ausgehen wird. Die bestandene HeilpraktikerInnenüberprüfung ist also eher eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

 

Die Prüfungsthemen sind in den meisten Bundesländern ähnlich. Notwendig ist eine umfassende medizinische Grundausbildung. Gefragt wird im Besonderen nach:

  • Berufs- und Gesetzeskunde, unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Grenzen der Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung
  • Anatomie und Physiologie
  • allgemeiner Krankheitslehre, den Herz- und Kreislaufkrankheiten, den übertragbaren Krankheiten laut Infektionsschutzgesetz, den schwerwiegenden psychischen Krankheiten, Erkennung und Erstversorgung akuter Notfälle und lebensbedrohender Zustände
  • Technik der Anamneseerhebung, Methoden der unmittelbaren Krankenuntersuchung (Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, Reflexprüfung, Puls- und Blutdruckmessung)
  • Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden der Heilpraktiker
  • Praxishygiene, Desinfektion und Sterilisation
  • Injektions- und Punktionstechniken
  • Deutung grundlegender Laborwerte

 

Die Prüfungskommission besteht in der Regel aus der Amtsärztin / dem Amtsarzt, einem/r Protokollanten/in und einem oder mehreren Beisitzer/innen. Die amtlichen Gebühren für Überprüfung und Erteilung der Erlaubnis sind unterschiedlich hoch und liegen bei durchschnittlich 600,- Euro.
Erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Stelle.