Ingrid Stoll – Unbewusste Muster / Access to Innate

Ingrid Stoll

Interviewreihe zur Sommertagung 2026 zum Thema Endometriose

Wenn der Körper eine Geschichte erzählt
Endometriose ist eine komplexe Erkrankung, bei der neben körperlichen und umweltbedingten Faktoren auch unbewusste Muster und innere Konflikte eine Rolle spielen können. Ingrid Stoll arbeitet in ihrer Praxis mit der ACCESS-Methode, um gemeinsam mit Patientinnen solchen verborgenen Zusammenhängen auf die Spur zu kommen.
Im Interview erklärt sie, welche unbewussten Muster bei Endometriose möglicherweise wirksam werden können, wie sich diese in ihrer Arbeit zeigen und was geschehen kann, wenn sich solche Muster lösen.

Welche unbewussten Muster können bei Endometriose eine Rolle spielen?
„Neben der Tatsache, dass eine familiäre Disposition oder schädliche Umwelteinflüsse zur Erkrankung führen oder beitragen können, gibt es möglicherweise Familiengeheimnisse, die die Tochter für sich behalten soll und die dann zu einem inneren Konflikt führen zwischen wahrgenommener Realität einerseits und Loyalität gegenüber den Eltern oder einem Elternteil (oft der männliche) andererseits.
Auch können traumatische Erfahrungen eine Rolle spielen, die ins Unbewusste verschoben wurden, um das Überleben der Betroffenen zu sichern.
Auch tradierte, unhinterfragte oder nicht bewusste Glaubenssätze können eine starke Wirkung entfalten.“

Wie zeigt sich das in deiner Arbeit mit Patientinnen?
„Die meisten Patientinnen mit Endometriose haben schon viele Arztbesuche und auch Psychotherapie hinter sich. 
Wenn dann das große „Warum?“ im Raum steht und ich merke, dass ich bei der Anamnese auf keine brauchbaren Anhaltspunkte stoße, die ich für ein Therapiekonzept aufgreifen kann, schlage ich der Patientin vor, mithilfe der ACCESS-Methode mit ihrem Unbewussten Kontakt aufzunehmen. So haben wir die Chance, Reiz-Reaktions-Mustern auf die Spur zu kommen, die sich einer rationalen Analyse entziehen, und diese auch gleich (oder in mehreren Schritten) zu lösen.“

Was passiert, wenn diese Muster bewusst werden oder sich lösen?
„In der Folge kommen die Patientinnen manchmal gleich zu erhellenden Erkenntnissen über vorher verborgene Zusammenhänge in ihrem Leben, manchmal sind sie erstmal erstaunt über das, was bei der ACCESS-Arbeit an Themen auftauchte und können zunächst nichts damit anfangen, bis sie dann merken, dass sie anders als vorher auf Trigger reagieren (können).
Manchmal gibt es auch erstmal eine „heilsame Erschütterung“, die es aufzufangen gilt. Auf jeden Fall stehen Entlastung und Erleichterung am Ende einer solchen Behandlung, und das setzt neue Ressourcen für den Gesundungsprozess frei.“

„Auf jeden Fall stehen Entlastung und Erleichterung am Ende einer solchen Behandlung, und das setzt neue Ressourcen für den Gesundungsprozess frei.“

Wie kann eine Therapeutin beginnen, damit zu arbeiten?
Leider ist Douglas Diehl, der die ACCESS-Methode im Laufe von 20 Jahren entwickelt hat und von dem ich sie direkt lernen durfte, vor drei Jahren verstorben. Seine damalige Partnerin Cordula Wegner hat die Methode aufgegriffen und weiterentwickelt und bildet aus.
Infos sind hier zu finden:

 

Die Referentin
Ingrid Stoll ist seit 30 Jahren Heilpraktikerin in eigener Praxis und als Dozentin tätig. Zu ihren Arbeitsfeldern gehören „Access to Innate“, Klassische Naturheilverfahren und schamanisch inspirierte Heilkunde.
Sie arbeitet in ihrer Naturheilpraxis Oelkersallee in Hamburg.

Zum Weiterlesen
Wer sich näher mit der von Ingrid Stoll vorgestellten ACCESS-Methode beschäftigen möchte, findet hier weitere Informationen: